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Pulsschlag einer Sinnlichkeit

Birgit Jürgenssen

bis 10. März 2010, Vertikale Galerie der Verbund-Zentrale, Am Hof 6a, 1010 Wien

Thomas Jurecka

S oeben ist die erste Monografie über Birgit Jürgenssen (1949 - 2003), eine der herausragendsten Künstlerinnen der feministischen Avantgarde, auf Initiative der Sammlung Verbund erschienen. Das Buch, herausgegeben von Gabriele Schor (Leiterin Sammlung Verbund) und der amerikanischen Kunsthistorikerin Abigail Solomon-Godeau (University of California, Santa Barbara) ist im Hatje Cantz Verlag erschienen. Gleichzeitig werden rund 40 Zeichnungen und Fotografien aus drei Jahrzehnten in der Vertikalen Galerie der Verbund-Zentrale ausgestellt.

Ausgehend vom emanzipatorischen Potenzial des Surrealismus und im Dialog mit dem gesellschaftskritischen Diskurs ihrer Generation entwickelt Birgit Jürgenssen seit Ende der 1960er-Jahre ein stilistisch mannigfaltige Kunst. Birgit Jürgenssen hat ein vielschichtiges Werk mit rund dreitausend Arbeiten hinterlassen: Druckgraphiken, Zeichnungen, Aquarelle, Collagen, Malerei, Fotografien (Rayogramme, Polaroids, Solargraphiken) und Skulpturen.
Inszenierungen des weiblichen Körpers im Lichte von Maskerade, Verkleidung, Fragmentierung, Fetisch und Tier-Werdung ziehen sich als Leitmotiv durch Birgit Jürgenssens Oeuvre. Ein "einheitlicher" und wiedererkennbarer Stil war ihr weniger wichtig als die Lust am Experimentieren, die sich in vielfältigen Arbeitsmethoden mit dem fotografischen Material widerspiegelt.

"Für mich ist Selbstironie eine Form autobiographischer Strategie, um subversives und dekonstruktives Potential leichter zu vermitteln".
Birgit Jürgenssen

Web: Sammlung Verbund