FOTOobjektiv

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Buchtipp: FAR TOO CLOSE

von Martina Hoogland Ivanow

Thomas Jurecka

Es gibt diese Tage, an denen die Welt für einige Momente in ein sanftes Grau getaucht ist. Das Licht wird fahl, die Konturen verschwimmen, die Farben verblassen. Die Fotografien von Martina Hoogland Ivanow sind ein visuelles Gedicht, wo sie hier und da eine Strophe festhält. Sie fängt Schatten und Nebel ein. Es scheint, als betrachte man die Bilder durch eine Rauchwolke.
"Für mich bedeutet Fotografie mit dem Unterbewusstsein, mit der Technik aber auch mit der Wirklichkeit zu arbeiten. Ich will Raum für den Betrachter lassen und ich möchte mit meiner Fotografie eher Fragen stellen als Antworten geben", sagt Martina Hoogland Ivanow.
In Far too Close verbindet Hoogland Ivanow Familienbilder aus Schweden mit kargen abgelegenen Landschaften. Von 2002 bis 2007 ist sie u.a. durch die Insel Sachalin, die Kola-Halbinsel und Feuerland gereist. Sie rückt die Peripherie ins Zentrum ihres Blickes. Aber dies ist kein dokumentarischer Blick, die Landschaften scheinen zusammen zu fließen und die Porträtierten sind von Schatten eingehüllt. Sie scheinen gleichzeitig nah und doch fern zu sein. Die Bilder von Martina Hoogland Ivanow sind hypnotisierende Poesie. Der Fotobildband ist bei Steidl erschienen und kostet 35 Euro. +