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Mikrolinsen-Array statt großem Bildsensor

Handykamera-Revolution: Software statt Megapixel

Pelican Imaging hat einen Prototypen vorgestellt, der die Handy-Fotografie revolutionieren soll. Statt auf einen einzelnen großen Bildsensor setzt das Unternehmen auf eine Anordnung von fünf mal fünf Mikrolinsen. Unter anderem wird es damit möglich, Fotos noch nach der Aufnahme scharf zu stellen.

Kameramodule für Handys bieten zwar immer höhere Auflösungen. So will Sony noch in diesem Quartal Proben eines 16,41-Megapixel-Sensors ausliefern. Pelican geht nun bewusst einen anderen Weg, der mehr Vorteile bringen soll als eine reine Megapixel-Jagd. "Wir verändern, wie die Kamera Licht einfängt und ermöglichen den Modulen, viel mehr Rohdaten zu sammeln. Man kann viel mit den Daten anfangen, die von unserer Software verarbeitet werden", so Unternehmens-CEO Aman Jabbi.

Pelican will dadurch nicht einfach nur das dünnste hochauflösende Kameramodul für Smartphones und Tablets realisieren. Vom Ansatz der 25-Mikrolinsen-Anordnung soll die Bildqualität von Fotos und Videos nicht zuletzt bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen profitieren. Dem Unternehmen zufolge liefert die Technologie auch 3D-Tiefeninformation und ermöglicht eine bessere Umsetzung von Anwendungen wie Gestensteuerung. Außerdem verspricht das System Nutzern die Möglichkeit, das Bild nach der Aufnahme zu manipulieren.

Technisch gesehen handelt es sich beim Pelican-Modul offenbar um eine kompakte Umsetzung einer plenoptischen oder Lichtfeld-Kamera. Solche Systeme liefern nicht einfach ein zweidimensionales Abbild einer Szene, sondern zusätzlich auch Richtungsinformationen. Diese Technologie ist auch im Bereich größerer Digitalkameras bislang nicht weit verbreitet, wenngleich beispielsweise das Unternehmen Raytrix bereits kommerzielle Modelle anbietet.

Wann Endkunden erstmals Smartphones oder Tablets mit einem kompakten Pelican-Modul in Händen halten werden, ist dagegen offen. Das Unternehmen hat noch keine Angaben dazu gemacht, wann die Module Geräteherstellern zur Verfügung stehen werden. Was den preis betrifft, gibt sich das Start-up ebenfalls bedeckt, wenngleich es von einer kosteneffizienten Lösung spricht. (pte)

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