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Der Stein des Anstoß: ein Bild von Amit Scha´al

World Press-Photo Ausstellung in Beirut abgebrochen

Die "World Press-Photo"-Organisation hat eine Wanderausstellung in der libanesischen Hauptstadt Beirut vorzeitig schließen lassen. Der Grund waren lokale Proteste gegen gezeigte Arbeiten eines israelischen Fotografen.

Thomas Jurecka

Auf der Ausstellung, die am 12. Mai begann, wurden Siegerfotos des "World Press Photo Award 2011"  gezeigt. Anlass für die Proteste waren die Fotos des Israelis Amit Scha'al. Diese zeigen gegenwärtige israelische Straßenszenen, die um Bilder aus früheren Tagen vom selben Objekt ergänzt wurden. Mit diesen Fotos hatte Scha'al den dritten Platz in der Kategorie "Kunst und Unterhaltung" gewonnen. Wie Associated Press berichtete, forderten die lokalen Autoritäten, die Bilder zu entfernen, da  Libanon und Israel "im Krieg" seien.

Das Entfernen einzelner Fotos aus der Ausstellung kam für die "World Press Photo"-Organisation nicht in Frage. Daraufhin erklärten die Ausstellungsorganisatoren, dass sie nicht mehr für die Sicherheit der Besucher garantieren könnten, wenn die Fotos des israelischen Fotografen blieben. Deswegen wurde die Fotoschau, die eigentlich bis zum 1. Juni laufen sollte, geschlossen.    

Für "World Press Photo"-Direktor Michiel Munneke steht "die Integrität der Ausstellung auf dem Spiel". Das Entfernen eines Fotos wäre einer Zensur gleichgekommen, dies sei nicht akzeptabel. Im Sinne der Informationsfreiheit und um seinen Prinzipien treu zu bleiben, sei eine Schließung der Ausstellung für den Veranstalter die einzige Option gewesen.
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