100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung
bis 15. April 2012, Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Hollywood: ein Orangenhain, der die Welt veränderte. Alles begann mit einer Gruppe junger mittel- und osteuropäischer Juden. Als Wirtschaftsflüchtlinge erreichten sie Ende des 19. Jahrhunderts den überfüllten Hafen New Yorks, zwei Jahrzehnte später erfanden sie Hollywood: die Stars, das Happy End und die Bilder zum amerikanischen Traum. Unter ihnen Adolph Zukor (Paramount) und William Fox aus Ungarn, die Warner Brothers aus Polen, Louis B. Mayer aus Weißrussland (MGM) und Carl Laemmle (Universal) aus Süddeutschland.
BIGGER THAN LIFE ist eine Ausstellung über eine der wichtigsten Kulturgeschichten des 20. Jahrhunderts und führt die BesucherInnen hinter die Kulissen und Klischees der Mythenmaschine: Von Osteuropa an die Westküste, von der Synagoge der Hollywood-Gründer zu ihrem berühmten Country-Club, vom Stummfilm über den Tonfilm bis nach New Hollywood, von der versteckten jüdischen Identität zum jüdischen "Coming Out" von Woody Allen oder Barbra Streisand.
Zu
sehen sind Ausschnitte wesentlicher Filme, riesige, nie gezeigte
Filmplakate im amerikanischen Großformat und überraschende
Original-Exponate aus Europa, New York und Los Angeles: Von einer
silbernen Zigarrenbox des Paramount-Gründers und Kettenrauchers Adolph
Zukor über einen Sessel aus Rick's Café aus dem Film Casablanca bis hin zu Kostüm- und Architekturentwürfen für Vom Winde verweht.
Eine Harley Davidson, wie sie Peter Fonda in Easy Rider
fuhr, eröffnet die Welt von New Hollywood. Und der Baseballschläger des
"Bärenjuden", eine jüdische Angriffswaffe aus Quentin Tarantinos Inglourious Basterds deutet schließlich an, dass der Blick auf die jüdische Identitäten in Hollywoods Filmen im ständigen Wandel begriffen ist.
Web: Jüdisches Museum Wien



