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19.03.2012
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Buchtipp: Jochen Rindt - Bildbiographie

Jochen Rindt, der charismatische Weltmeister des Jahres 1970, kam vor bald 70 Jahren, am 18. April 1942, in Mainz zur Welt. Für Martin Pfundner, den Autor der neuen Bildbiographie, war dies Anlaß, seinem Andenken mit einem Buch Tribut zu zollen. Er war bei Rindts erstem Rennen im Herbst 1961 auf dem Flugplatz Innsbruck dabei und hat seinen Werdegang im In- und Ausland begleitet.

Doris Krische

Jochen Rindts kurzes Leben war eingerahmt von Tragik. Im Alter von

15 Monaten wurde er Vollwaise, weil beide Eltern bei einem

verheerenden Luftangriff der Royal Air Force im Sommer 1943 in

Hamburg ums Leben kamen. So wuchs Jochen Rindt bei seinen

mütterlichen Großeltern in Graz auf. Sein Siegeszug im Sommer 1970

endete am 5. September im Samstag-Training mit seinem Todessturz.

Kein anderer Fahrer konnte seinen Punktevorsprung in den letzten vier

Rennen aufholen, so daß er posthum den Titel des Weltmeisters 1970

gewann. Ein solches Leben zwischen zwei Tragödien, das ist der Stoff,

aus dem Legenden sind.


Pfundners Rindt-Biographie zeichnet seinen Werdegang in Wort und

Bild auf, wobei viele der 230 Photos samt einem umfangreichen

Farbteil bisher noch nie veröffentlicht wurden. So sehen wir, wie

sich Jochen vom artigen gepflegten Knaben in seinen Flegeljahren zum

rebellierenden Lausbuben und Tunichtgut wandelte, der bei der Grazer

Polizei amtsbekannt war. Diesen Eindruck erweckte er noch bei seinem

ersten Rennen am Innsbrucker Flugplatz im Herbst 1961. Dann aber trat

Schritt für Schritt ein Wandel ein, zu dem eine Reihe von Mentoren

und Sponsoren sehr wesentlich beitrugen, so zuerst der Grazer Alfa

Romeo-Händler Oskar Vogl und dann der Wiener Hofjuwelier und

Amateur-Rennfahrer Gotfrid Köchert. Er war 24 Jahre älter als Jochen

Rindt und wurde für das Waisenkind zur Vaterfigur, die ihm das

Fenster in eine größere internationale Welt aufstieß.

Schon zu Lebzeiten wurde der charismatische und photogene

Rennfahrer mit seiner bildhübschen finnischen Frau Nina zur

Kultfigur. Das erlaubte ihm, die Jochen Rindt Show zu einer

ertragreichen Massen- und Großveranstaltung auszubauen. Das tragische

Ende in Monza machte ihn zum Idol nicht nur seiner Zeitgenossen,

sondern auch von späteren Generationen. In Österreich galt Jochen

Rindt schon seit seinem Le Mans-Sieg als Nationalheld, denn er wuchs

in Graz auf und fühlte sich immer als Steirer.

Weitere Informationen unter www.boehlau-verlag.com