FOTOobjektiv

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26.09.2015
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Eliot Erwitt: Paris 1978

Leica Galerie Wien: Ein Amerikaner in Paris

Fotografien eines Amerikaners in Paris, und zwar von Fotografenlegende, Magnum-Urgestein und Meister des hintersinnigen Humors Elliott Erwitt zeigt die Leica Galerie Wien in der Walfischgasse 1 im ersten Wiener Gemeindebezirk vom 23.9. 2015 bis 2.1. 2016.

Klaus Lorbeer

Erwitt wurde in Paris geboren, seine Kindheit allerdings verbrachte er in Italien bevor er 1939 mit den Eltern in die USA auswanderte. In die Metropole an der Seine, Schauplatz einiger seiner ersten fotografischen Streifzüge in den 1940er Jahren und Gründungssitz der Agentur Magnum, kehrt der leidenschaftliche Kosmopolit immer wieder zurück – stets mit dabei seine Leica.

Einen Erwitt erkennt man unter hunderten Aufnahmen. Seine Arbeiten zeichnet ein scharfzüngiger, dabei immer warmherziger Humor aus, der in der Fotogeschichte seinesgleichen sucht. Erwitts Bilder scheinen uns beharrlich zuzuzwinkern, sie machen den Betrachter zum Komplizen oder stoßen ihn auf die eigene Eitelkeit. Es ist diese charakteristische Sicht der Dinge, die sowohl Erwitts Auftragsarbeiten wie auch seine freie Fotografie geprägt hat. In seinen politischen Reportagen sorgt sie für den menschlichen Maßstab, seinen Alltagsbeobachtungen verleiht sie eine Tiefe, die weit über den stets auf den Punkt getroffenen Moment hinausreicht.

Paris nähert sich Erwitt mit den Augen des Flaneurs. Sein Paris ist die Stadt der Boulevards und Straßencafés, der Jardins und Cabarets. So schreibt er den Mythos der Metropole fort, dank seines unnachahmlichen Gespürs für das Besondere im Alltäglichen erscheint es, als durchstreife man die Stadt zum ersten Mal. Mit dem eleganten Humor eines Jacques Tati erzählt jede Fotografie ein Kapitel der menschlichen Komödie, sei es das Bild eines Paars im Louvre bei der innigen Begegnung mit einem steinernen Koloss, die Silhouette eines Tänzers am Trocadéro, oder die Aufnahmen der Pariser Straßenhunde, die sich ganz nonchalant unter die Bevölkerung der Stadt mischen. Die Ausstellung vereint rund 40 Fotografien aus einem Zeitraum von nicht weniger als sieben Jahrzehnten und ist so nicht nur eine Hommage an die Stadt der Liebe sondern steht stellvertretend für das beeindruckende Lebenswerk eines der ganz Großen der Zunft.

Weitere Infos: www.leicastore-wien.at