FOTOobjektiv

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26.08.2016
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Matthias Hoch Hotel Kobenzl, Salzburg 2014-16

Hotel Kobenzl: Die Geschichte eines Hauses

Oberhalb der Stadt Salzburg liegt das ehemalige Luxushotel Kobenzl. Inzwischen ist es ein Flüchtlingsverteilzentrum. Der Leipziger Fotograf Matthias Hoch hat das Hotel besucht und seine Eindrücke fotografisch festgehalten. Wo: FOTOHOF, Inge-Morath-Platz 1-3, 5020 Salzburg Wann: 29.7. - 24.9. 2016

Klaus Lorbeer

Als der Leipziger Fotograf Matthias Hoch (Jg. 1958) zusammen mit dem Schriftsteller Andreas Maier das Kobenzl vor zwei Jahren zum ersten Mal besucht, steht es schon seit acht Jahren leer. 

Die Zimmer sind in einem guten Zustand, nahezu unberührt und konserviert. Es ist wie eine Zeitreise. "Die Pracht des einstigen Fünf-Sterne-Hauses hat etwas bekommen, was man charmant als Patina bezeichnen könnte." Allerdings handelt es sich nicht um ein Haus, sondern um ein Gebäudeensemble, bestehend aus dem ehemaligen Berggasthof und verschiedenen Anbauten der 1970er Jahre. Ein einziger Stilmix. Hoch interessiert die Geschichte des Hotels, die Spuren der Nutzung, die Frage, was damals als Luxus galt. 

Durch die Einbeziehung von Archivmaterial kommt eine weitere Ebene hinzu, die Geschichte des Hauses wird lebendig. Wir sehen die Inhaberfamilie Herzog mit prominenten Gästen wie Richard Nixon, Margaret Thatcher, Herbert Grönemeyer. Irgendwann jedoch bleiben die Berühmten weg, die Karawane zieht weiter. Im Jahr 2006 wird das Hotel geschlossen.

Anfang 2015 kommt die überraschende Wende: Bund und Land suchen dringend Plätze für Asylsuchende und schließen mit der Eigentümerfamilie einen Mietvertrag über 15 Jahre ab. Als das bekannt wird, gibt es ein heftiges mediales Echo. 
Das Abtasten und Sehen und Verstehen von Welt ist ein Hauptanliegen in Hochs Arbeit. Dabei steht die Geschichte des Salzburger Hotel Kobenzl exemplarisch für die gegenwärtigen Veränderungen in unserer Gesellschaft. (pi)

Info: www.fotohof.at