FOTOobjektiv

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12.03.2018

"Israel before Israel" von Ze'ev Aleksandrowicz

Bild

Sinaj Zygmunt und Hela Aleksandrowicz (die Eltern), Tel Aviv, 1934

Der gebürtige Krakauer Ze'ev Aleksandrowicz (1905 – 19xx) war Zionist und leidenschaftlicher Fotograf. Zwischen 1932 und 1935 reiste er drei Mal nach Palästina und hielt die vorherrschende Aufbruchsstimmung fotografisch fest. Das Jüdische Museum Wien zeigt unter dem Titel "Israel before Israel" Fotos von ihm. Wo: Jüdisches Museum Wien, Palais Eskeles, Dorotheergasse11, 1010 Wien. Wann: bis 1. April 2018, So-Fr 10-18 Uhr.

Klaus Lorbeer

Ze'ev Aleksandrowicz wurde 1905 in Krakau als Sohn eines Papierhändlers geboren. Zahlreiche Reisen führten ihn in europäische Länder und Mitte der 1930er-Jahre einmal um die Welt. 

Als Student lebte er auch kurz in Wien. In den frühen dreißiger jahren des vorigen Jahrhunderts reiste er drei Mal nach Palästina. Besonders die 1909 gegründete Stadt Tel Aviv faszinierte ihn. Beeindruckt von der Aufbruchsstimmung in dem rasant wachsenden zionistischen Projekt, fotografierte Aleksandrowicz im Stil der Neuen Sachlichkeit europäische Immigranten wie auch Araber, Ozeandampfer und die Baustellen der gerade entstehenden Architektur der modernistischen "Weißen Stadt". 1936 heiratete er ließ sich mit seiner jungen Familie in Tel Aviv nieder. Das Fotografieren gab er auf. 

Erst Jahre nach seinem Tod entdeckte man zufällig in einem alten Koffer über 15.000 Negative seiner Fotos aus den 1930er-Jahren. Eine Auswahl davon zeigt das Jüdische Museum Wien bis 1. April 2018 und ermögliicht so einen Blick auf "Israel before Israel". 


Ein Reisender mit Kamera 

Ze'ev Aleksandrowiczs Tante Róża, die ein Geschäft für Künstlerbedarf führte und Teil der Krakauer Kunstszene war, schenkte ihm in den 1910er-Jahren seine erste Kamera, als er erst fünf Jahre alt war. Schon seine frühen Fotos, die der junge Aleksandrowicz in Polen, auf Reisen und im Wien der 1920er-Jahre aufnahm, zeigten sein fotografisches Talent. Im Ausstellungstext heißt es dazu: "Nahezu von Anfang an flirtete Aleksandrowicz' Kamera mit den Menschen vor seiner Linse, lockte sie aus der Reserve und verewigte sie mit erstaunlicher Leichtigkeit."  

Gegen Ende 1932 kam Ze'ev Aleksandrowicz zum ersten Mal nach Eretz Israel. Er besuchte Jerusalem, Haifa und Tel Aviv, sowie kleine Ansiedlungen wie die Kibbuzim Beit Zera und Kvutzat Schiller und die Stadt Hadera. 


Ein Gespür für den richtigen Augenblick

Als Ze'ev Aleksandrowicz 1932 zum ersten Mal in Tel Aviv ankam, befand sich die "Weiße Stadt" noch im Aufbau. Deswegen zeigen seine Fotos sehr häufig Baustellen von modern wirkenden Häusern, aber auch Bauarbeiter und Handwerker, die sie errichten, die Straßen pflastern, Bagger fahren oder Elektroleitungen montieren. Er hatte ein Talent dafür, mit seiner Kamera Distanzen zu überwinden und sich das Neue vor seiner Linse zu eigen zu machen, sich als Autor mit einzuschreiben. Zugleich fühlte sich der Siebenundzwanzigjährige geblendet von den Eindrücken seines ersten Besuchs.

Noch einmal sei der Text zur Ausstellung zitiert: "Ze'ev Aleksandrowicz' Fotos von Tel Aviv beeindrucken durch einen manchmal fast magischen Schwebezustand zwischen dem Gewollten und dem Zufälligen, dem bewusst Fokussierten und dem nur halb Miteingeplanten im unscharfen Hintergrund. Das macht sie so anziehend, so verlockend. Sie sind ein Schatz von Bildern eines sehr spezifischen Ortes zu einer sehr spezifischen Zeit, die so ohne ihn und seine Kamera unwiederbringlich verschwunden wären."  

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