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Me++ Reflexionen des Selbst

2. bis 23. Februar 2010, Fotogalerie im Grazer Rathaus, Landhausgasse 2, 1. Stock

Thomas Jurecka

D ie beiden Grazer Fotografinnen Marianne Andrea Borowiec (* 1984, Salzburg) und Maria Schnabl (* 1983, Graz) sind Teil des Künstlerkollektivs Maiö, das sich mit einer medientheoretischen und konzeptionellen  Aufarbeitung der Fotografie auseinandersetzt. In ihren Einzelarbeiten jedoch folgen die beiden Künstlerinnen stark subjektiven Impulsen, in der sie sich selbst und ihre unmittelbare Umgebung in den Mittelpunkt stellen und sich so ein Werk vollzieht, das vom Individuum als besondere Erscheinung in der Qualität von Orten und Zyklen erzählt.

In ihrer Ausstellung "Me++" präsentieren Marianne Andrea Borowiec und Maria Schnabl zwei unterschiedliche Positionen zum Thema Selbstportrait. Was die Arbeit der beiden Künstlerinnen vereint, ist ihre stark emotionale Herangehens- und Ausdrucksweise. Dieser emotionale Zugang bildet eine bewusste Gegenposition der technisch-konzeptionellen Zugänge in der zeitgenössischen Kunst. Der technisch-konzeptionelle Zugang überlässt dem Künstler eine gewisse "Handlungsnoblesse", denn der Künstler betrachtet sich weitgehend selbst als Außenstehender. Man kann aber eigentlich das Kunstwerk nicht vom Künstler sowie dessen Kontext trennen. Das Thema Selbstporträt bietet den idealen Nährboden, sich diesem Duktus zu entziehen und sich auf einen höchst subjektiven Prozess einzulassen. Die Künstlerinnen sehen sich in diesem Kontext als weich, durchlässig und verletzlich. Kunst bedeutet für sie, sich auf einen Schaffensprozess einzulassen, der das eigene Selbst in den Mittelpunkt stellt.

Das eigene Selbst zu porträtieren wird so verstanden: der Blick ist nach innen gerichtet, ausgedrückt wird er jedoch durch einen Blick nach außen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person befasst sich nicht damit, wie diese nach außen hin wirkt, sondern umgekehrt, wie die Umgebung, also das Außen auf das künstlerische Selbst einwirkt. Der Blick nach außen ist also nur der Weg, über den der Blick nach innen dargestellt wird. (Borowiec & Schnabl)

Web: Kulturvermittlung Steiermark