Magda Peszkowska - The Stands
Das Gedächtnis des Flohmarkts
12. Februar bis 6. April 2010, Galerie Sandhofer Claudiastr 10, 6020 Innsbruck
agdalena Peszkowska verwendet ihre eigenen Fotos oder solche aus dem Familienalbum. Sie überträgt sie auf graue Felddecken und Feldbetten. Das Material ihrer Basis ist ergraut, vergilbt und ermüdet. Die schwarz-weißen Fotografien schauen ein bisschen so aus, als wären sie aus einer Zeitung ausgeschnitten, momentan malerisch verwaschen, wirken sie mit großen Flächen von gradienten Grau, es erscheinen auch alle Falze und Verunreinigungen, die auf dem Abzug sichtbar waren. Auf vielen von ihnen sind Gestalten aus dem engsten Kreis Peszkowskas, oft ist es sie selbst, ihre Familie oder ihr nahe stehende Orte in Danzig. Im Zyklus "Koc" (Decke) sind sie von einer Filzfläche umgeben, die man mit Wärme und Energie assoziiert. Eines der charakteristischsten Bilder zeigt ein Paar mit seitlich erhobenen Händen, ähnlich wie die Pose des Kreuzigens, mit seitlich geneigtem Kopf treten sie vor dem Hintergrund kaum erkennbarer Gebäude auf, das sich als ein System aus Gittern durch die Länge des Bildes zieht. Es ist der "Zieleniak" - das kultigste Hochhaus in Danzig, eines der wenigen, das schon Ende der 60-Jahre entstand. Ein Symbol der Modernität erdrückt das Paar, sie scheint sich unter dem Druck des Gewichtes des Massivs zu beugen. Motive, die auf ihren Werken erscheinen, sind sozusagen Aussichten der Erinnerung, und die Gestalten Erscheinungen, dessen Spiegelungen sich plötzlich auf dem Stoff offenbaren. Das weinende Mädchen, das mit hängenden Beinen am Klo sitzt, ein Hunderudel, Eltern mit Kindern, ein Fußballplatz umgeben von Bäumen - das alles schafft ein Puzzle aus Elementen, welches die abgeschriebene Identität nach Jahren noch bezeichnet.
Web: Galerie Sandhofer




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