FOTOobjektiv

Sie befinden sich hier: HOMENewsNachrichten
Zur Vergrößerung anklicken

UNICEF-Foto des Jahres 2007

Bereits zum achten Mal zeichnete UNICEF Fotos von hohem künstlerischem und fotojournalistischem Niveau aus, die die Lebensumstände von Kindern illustrieren. Siegerin des diesjährigen internationalen Wettbewerbs "UNICEF-Foto des Jahres" ist die amerikanische Fotografin Stephanie Sinclair.

Klaus Lorbeer

Stephanie Sinclairs Aufnahme zeigt ein Brautpaar in Afghanistan, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Der Bräutigam Mohammed wirkt mit 40 Jahren wie ein alter Mann, die Braut ist noch ein Kind. Ghulam ist erst 11 Jahre alt. "Das UNICEF-Foto des Jahres 2007 macht uns auf ein weltweites Problem aufmerksam. Millionen Mädchen werden noch im Kindesalter verheiratet - ein selbstbestimmtes Leben bleibt den meisten dieser Kinderbräute für immer verwehrt", sagte UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler bei der Preisverleihung in Berlin. Nach Angaben von UNICEF leben weltweit mehr als 60 Millionen junge Frauen, die verheiratet wurden, bevor sie volljährig wurden, die Hälfte davon in Südasien.

Der zweite Platz geht an GMB Akash
Zweiter Preisträger ist GMB Akash aus Bangladesch (Panos Pictures). Sein Foto zeigt den überaus harten Alltag vieler Kinder in seinem Heimatland. Das Gesicht des ungefähr 12-jährigen Jungen ist voller Stolz auf die eigene Kraft, obwohl er in der Ziegelei viel zu schwer schuften muss für sein Alter. Nach Schätzung von UNICEF arbeiten in Bangladesch 4,7 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren unter schlimmsten Bedingungen. Die Themen des 29-Jährigen sind vor allem die Verletzung von Kinderrechten und die Unterdrückung von Minderheiten. Die Aufnahme eines angeketteten Jungen in einer Koranschule machte ihn 2005 weltbekannt und trug ihm zugleich Morddrohungen von Islamisten ein. Anfang 2007 floh Akash nach Deutschland. Er erhielt ein Stipendium der Stiftung für politisch Verfolgte in Hamburg.

Dritter Platz an Hartmut Schwarzbach
Der dritte Preis geht an den deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach (Argus) für sein Foto von Annalyn, die gerade ihren neunten Geburtstag feiert. Fröhlich hüpft das Mädchen auf einem roten Sessel, den sie auf dem Müllberg in der Nähe der philippinischen Hauptstadt Manila gefunden hat. Annalyn ist chronisch unterernährt und daher zu dünn und zu klein für ihr Alter. Sie sieht aus wie ein fünfjähriges Mädchen. Seit drei Jahren wohnt sie mit ihrer Familie am Rande der riesigen Müllkippe "Aroma Smokey Mountain" in Manila. Ihre Familie lebt dort in einer Köhlersiedlung. Wie die meisten Kinder in dieser Siedlung muss Annalyn täglich in den Müllbergen nach Holz für den Ofen suchen und in beißendem Rauch und unerträglicher Hitze die Holzkohleproduktion überwachen. Deshalb geht Annalyn nicht zur Schule. Trotzdem ist ihr Traum, später einmal Lehrerin zu werden. +