Interview

Mit Zuversicht in die Zukunft

Shigemi Sugimoto leitet die Imaging Business Unit bei Olympus.

Viele Möglichkeiten in der digitalen Fotografie sind erst durch moderne Software möglich geworden, die jedoch wieder eine entsprechende Hardware benötigt, auf die sie aufsetzen kann. In diesem Sinne mag auch Shigemi Sugimoto weder die Hardware (Kameras) noch die  Software (Firmware und externe Programme) von höherer Wichtigkeit sehen. Beide seien gleich wichtig, so Sugimoto. 

Kompakte Kameras…

In punkto Kameras sei aber das Ziel, so der Leiter der Imaging Business Unit bei Olympus, weiterhin kompakte und leichtgewichtige Kameras zu bauen: „Wir arbeiten daran die Größe der Kameras und der Objektive weiter zu verkleinern.“ 

Gefragt danach, ob man es mit der Miniaturisierung nicht auch übertreiben kann, erläutert Sugimoto, dass es natürlich nicht ausschließlich um das Miniaturisieren geht, sondern dass die Kamera so gebaut sein müssen, dass sie auch bequem bedient werden können. Eine Balance zwischen kompakter Größe und Ergonomie sei wichtig. Es gehe darum, eine Kamera zu schaffen, die eine hervorragende Bildqualität biete und mit der Fotografen den richtigen Moment nicht verpassten. Deswegen waren bei der Entwicklung der OM-D E-M1X auch Ergonomiespezialisten beteiligt. Sugimoto verweist darauf, wie wichtig es im Olympus-Medizinbereich (einer der drei Business-Bereiche dieses Herstellers) sei, dass die Geräte von den Ärzten einfach und komfortabel bedient werden könnten. Entsprechende Kenntnisse über ergonomisches Industrial Design habe man deswegen aus dem Medizinbereich beispielsweise beim Batteriegriff der OM-D E-M1X einfließen lassen. 

…mit Deep-Learning-Software

Derzeit seien keine externen Software-Apps ge-plant, mit denen man weitere Softwarefunktionen der Kamera hinzufügen könne, weiß Sugimoto, alle Software sei in der Kamera integriert und werde durch Firmware-Upgrades auf den neuesten Stand gebracht. So arbeite in der  OM-D E-M1X eine Deep-Learning-Software, die bei Gesichts- und Objektierkennung zum Einsatz komme. Diese werde laufend weiterentwickelt, so Sugimoto. Mögliche neue Funktionen wollte er aber noch keine nennen.

Mit oder ohne Sucher?

Ob Olympus sich eher auf Kameras mit oder ohne elektronischen Sucher fokussieren werde, hänge ganz alleine von den Präferenzen der Konsumenten ab. Derzeit bevorzuge man als Hersteller weder die eine noch die andere Variante. Man sehe aber, dass Kameras ohne Sucher extrem beliebt in Japan und einigen anderen asiatischen Ländern seien, in anderen Regionen aber nicht so sehr.

Während man in Japan den Vorteil der kompakten spiegellosen Kameras den Kunden gut vermitteln konnte, sei das in andern Märkten wie Europa noch nicht so gut gelungen. Hier werde man größere diesbezügliche Anstrengungen unternehmen, um das vorhandene Marktpotenzial zu nützen, so Sugimoto. „Kunden, die Olympus-Kameras verwendet, getestet und ausprobiert haben, geben uns ein sehr gutes Feedback. Aber es gibt eine Vielzahl an potenziellen Kunden, die unsere Produkte noch nicht ausprobiert haben.“ Dies müsse man ändern. Die Olympus-Playground-Events bewertet Sugomoto in diesem Sinne als eine gelungene Maßnahme. 

Mit voller Kraft voraus

Die letzten zwölf Monate waren für Olympus von der Verlegung der Fabrik von China nach Vietnam geprägt, erklärt Sugimoto. Dieser Transformationsprozess verursachte Verzögerungen bei Produkten und Produkt-Line-up. Diese Phase sei nun abgeschlossen und man werde bereits ab diesem Jahr (dem 100-jährigen Jubiläum von Olympus, Anm.) jährlich mehrere neue Objektive (siehe Grafik unten, Anm.) und Kameras auf den Markt bringen. Dabei blickt Sugimoto äußerst zuversichtlich in die Zukunft: „Ich kann Ihnen versichern, dass die neuen Kameras Ihre Erwartungen und die der Kunden übertreffen werden.“

M.Zuiko-Objektiv-Roadmap: In Sachen neuer Objektive hat Olympus noch viel vor.  (c) Olympus