Barnor gilt als Ghanas erster Fotojournalist. 1957 dokumentierte er den Weg seines Landes in die Unabhängigkeit, später gründete er das erste Farbfotolabor des Landes. Sein Werk verbindet Kontinente und Kulturen und zeigt Schwarze Gemeinschaften in Accra und London in Jahrzehnten tiefgreifenden Wandels. Bekannt ist er vor allem für seine Portraits aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, die Schönheit, Stil und Glamour des gesellschaftlichen Lebens Schwarzer Menschen feiern. Ob in seinem berühmten „Ever Young“-Studio, auf den Straßen der Innenstadt von Accra oder im Zentrum Londons: Barnor hielt die Identität seiner Motive fest und schuf so ein visuelles Archiv ihres Alltags. Mit dieser Auszeichnung gesellt er sich zu Namen, deren Karrieren die Geschichte der Fotografie geprägt haben.
Im kommenden April zeigt das Londoner Somerset House eine Retrospektive mit mehr als 50 Werken von James Barnor – als Sonderpräsentation innerhalb der Hauptausstellung der Sony World Photography Awards 2027. Die Retrospektive zeichnet seinen Weg von Accra nach London, sein Studium der Farbfotografie und seine Rückkehr nach Ghana nach. Fotoabzüge und Ephemera aus seiner gesamten Karriere beleuchten die Momente, die sein Schaffen geprägt haben.
Der 1929 geborene Barnor lernte bei seinem Cousin, dem Porträtfotografen J. P. D. Dodoo. 1950 wurde er erster festangestellter Fotograf der neu gegründeten ghanaischen Zeitung Daily Graphic und gab den Menschen in Ghana in einer Zeit raschen gesellschaftlichen Wandels eine Stimme und Sichtbarkeit. Als Fotojournalist der Zeitung dokumentierte er diesen historischen Moment aus der Perspektive derer, die ihn erlebten – von Kundgebungen und Straßenparaden bis hin zu Kwame Nkrumahs Unabhängigkeitserklärung. 1953 eröffnete er im Stadtteil Jamestown in Accra das „Ever Young“-Studio. Dort fotografierte er Richter und Politiker ebenso wie Verkäufer, Studierende und Verkehrspolizisten und hielt so eine Gesellschaft auf der Suche nach sich selbst fest.
1959 zog er nach Großbritannien, um sein technisches Wissen rund um das Medium zu vertiefen. Er studierte am Medway College of Art in Kent und arbeitete danach als Farbdrucker bei den Colour Processing Laboratories, einem der führenden Farblabore Großbritanniens. In dieser Zeit arbeitete Barnor auch für Drum, das einflussreiche südafrikanische Lifestyle-Magazin für Schwarze, bekannt für seine Anti-Apartheid-Berichterstattung. Seine Portraits Schwarzer Models und Prominenter erschienen dort auf den Titelseiten und in den Modestrecken. Diese Bilder wurden Teil einer größeren Bildsprache des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora, dienten den Lesern als wichtige Bezugspunkte und inspirierten über Jahrzehnte hinweg Fotografen und Fotografinnen und Künstler und Künstlerinnen.
Ein Jahrzehnt später kehrte Barnor nach einer Ausbildung bei Agfa-Gevaert in Belgien und Deutschland als technischer Vertreter des Unternehmens nach Ghana zurück. Dort gründete er das erste Farbentwicklungslabor des Landes und machte die Farbfotografie einem neuen Publikum zugänglich – und arbeitete weiterhin als Fotograf und Journalist. Sein Wirken prägte die Fotografietradition Ghanas maßgeblich und ebnete angehenden Fotografen und Fotografinnen in der gesamten Region den Weg.
Anfang der 1990er-Jahre ließ er sich wieder in London nieder, wo er bis heute lebt. Barnors Werk war Gegenstand zahlreicher Ausstellungen und Publikationen. Dazu zählt eine von Hans Ulrich Obrist kuratierte Wanderretrospektive, die 2021 in der Serpentine in London, 2022 im MASI Lugano (Schweiz) und 2023 im Detroit Institute of Arts (USA) zu sehen war. „James Barnor: Stories, Pictures from the Archive (1947–1987)“, kuratiert von Matthieu Humery, wurde 2022 im LUMA Arles (Frankreich) eröffnet und stand im Zeichen der Einführung des James-Barnor-Preises für afrikanische Fotografen. Im Oktober 2023 eröffnete „James Barnor, Studio of Life“ im FOMU in Antwerpen (Belgien). Zu Barnors 95. Geburtstag fand im Mai 2024 in Accra und Tamale (Ghana) das Festival „James Barnor 95“ mit einem einmonatigen Programm statt. 2025 waren seine Arbeiten in der Ausstellung „Ideas of Africa: Portraiture and Political Imagination“ im Museum of Modern Art (MoMA) in den USA zu sehen. 2026 wurden Werke von Barnor in Ibrahim Mahamas Ausstellung „Le Temps des Récoltes“ in der Fondation Cartier pour l’art contemporain in Frankreich gezeigt.
Der von den Sony World Photography Awards vergebene Preis für herausragende Beiträge zur Fotografie ehrt Menschen, die einige der wegweisendsten fotografischen Werke unserer Zeit geschaffen haben. James Barnor reiht sich in eine Liste bedeutender Namen ein, zu denen Martin Parr (2017), Graciela Iturbide (2021), Edward Burtynsky (2022), Sebastião Salgado (2024), Susan Meiselas (2025) und Joel Meyerowitz (2026) gehören.
James Barnor nimmt seine Auszeichnung bei der jährlichen Gala am 15. April 2027 in London entgegen. An diesem festlichen Abend werden auch die Gesamtsieger und -siegerinnen der Sony World Photography Awards 2027 bekannt gegeben.
Barnor gilt als Ghanas erster Fotojournalist. 1957 dokumentierte er den Weg seines Landes in die Unabhängigkeit, später gründete er das erste Farbfotolabor des Landes. Sein Werk verbindet Kontinente und Kulturen und zeigt Schwarze Gemeinschaften in Accra und London in Jahrzehnten tiefgreifenden Wandels. Bekannt ist er vor allem für seine Portraits aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, die Schönheit, Stil und Glamour des gesellschaftlichen Lebens Schwarzer Menschen feiern. Ob in seinem berühmten „Ever Young“-Studio, auf den Straßen der Innenstadt von Accra oder im Zentrum Londons: Barnor hielt die Identität seiner Motive fest und schuf so ein visuelles Archiv ihres Alltags. Mit dieser Auszeichnung gesellt er sich zu Namen, deren Karrieren die Geschichte der Fotografie geprägt haben.
Im kommenden April zeigt das Londoner Somerset House eine Retrospektive mit mehr als 50 Werken von James Barnor – als Sonderpräsentation innerhalb der Hauptausstellung der Sony World Photography Awards 2027. Die Retrospektive zeichnet seinen Weg von Accra nach London, sein Studium der Farbfotografie und seine Rückkehr nach Ghana nach. Fotoabzüge und Ephemera aus seiner gesamten Karriere beleuchten die Momente, die sein Schaffen geprägt haben.
Der 1929 geborene Barnor lernte bei seinem Cousin, dem Porträtfotografen J. P. D. Dodoo. 1950 wurde er erster festangestellter Fotograf der neu gegründeten ghanaischen Zeitung Daily Graphic und gab den Menschen in Ghana in einer Zeit raschen gesellschaftlichen Wandels eine Stimme und Sichtbarkeit. Als Fotojournalist der Zeitung dokumentierte er diesen historischen Moment aus der Perspektive derer, die ihn erlebten – von Kundgebungen und Straßenparaden bis hin zu Kwame Nkrumahs Unabhängigkeitserklärung. 1953 eröffnete er im Stadtteil Jamestown in Accra das „Ever Young“-Studio. Dort fotografierte er Richter und Politiker ebenso wie Verkäufer, Studierende und Verkehrspolizisten und hielt so eine Gesellschaft auf der Suche nach sich selbst fest.
1959 zog er nach Großbritannien, um sein technisches Wissen rund um das Medium zu vertiefen. Er studierte am Medway College of Art in Kent und arbeitete danach als Farbdrucker bei den Colour Processing Laboratories, einem der führenden Farblabore Großbritanniens. In dieser Zeit arbeitete Barnor auch für Drum, das einflussreiche südafrikanische Lifestyle-Magazin für Schwarze, bekannt für seine Anti-Apartheid-Berichterstattung. Seine Portraits Schwarzer Models und Prominenter erschienen dort auf den Titelseiten und in den Modestrecken. Diese Bilder wurden Teil einer größeren Bildsprache des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora, dienten den Lesern als wichtige Bezugspunkte und inspirierten über Jahrzehnte hinweg Fotografen und Fotografinnen und Künstler und Künstlerinnen.
Ein Jahrzehnt später kehrte Barnor nach einer Ausbildung bei Agfa-Gevaert in Belgien und Deutschland als technischer Vertreter des Unternehmens nach Ghana zurück. Dort gründete er das erste Farbentwicklungslabor des Landes und machte die Farbfotografie einem neuen Publikum zugänglich – und arbeitete weiterhin als Fotograf und Journalist. Sein Wirken prägte die Fotografietradition Ghanas maßgeblich und ebnete angehenden Fotografen und Fotografinnen in der gesamten Region den Weg.
Anfang der 1990er-Jahre ließ er sich wieder in London nieder, wo er bis heute lebt. Barnors Werk war Gegenstand zahlreicher Ausstellungen und Publikationen. Dazu zählt eine von Hans Ulrich Obrist kuratierte Wanderretrospektive, die 2021 in der Serpentine in London, 2022 im MASI Lugano (Schweiz) und 2023 im Detroit Institute of Arts (USA) zu sehen war. „James Barnor: Stories, Pictures from the Archive (1947–1987)“, kuratiert von Matthieu Humery, wurde 2022 im LUMA Arles (Frankreich) eröffnet und stand im Zeichen der Einführung des James-Barnor-Preises für afrikanische Fotografen. Im Oktober 2023 eröffnete „James Barnor, Studio of Life“ im FOMU in Antwerpen (Belgien). Zu Barnors 95. Geburtstag fand im Mai 2024 in Accra und Tamale (Ghana) das Festival „James Barnor 95“ mit einem einmonatigen Programm statt. 2025 waren seine Arbeiten in der Ausstellung „Ideas of Africa: Portraiture and Political Imagination“ im Museum of Modern Art (MoMA) in den USA zu sehen. 2026 wurden Werke von Barnor in Ibrahim Mahamas Ausstellung „Le Temps des Récoltes“ in der Fondation Cartier pour l’art contemporain in Frankreich gezeigt.
Der von den Sony World Photography Awards vergebene Preis für herausragende Beiträge zur Fotografie ehrt Menschen, die einige der wegweisendsten fotografischen Werke unserer Zeit geschaffen haben. James Barnor reiht sich in eine Liste bedeutender Namen ein, zu denen Martin Parr (2017), Graciela Iturbide (2021), Edward Burtynsky (2022), Sebastião Salgado (2024), Susan Meiselas (2025) und Joel Meyerowitz (2026) gehören.
James Barnor nimmt seine Auszeichnung bei der jährlichen Gala am 15. April 2027 in London entgegen. An diesem festlichen Abend werden auch die Gesamtsieger und -siegerinnen der Sony World Photography Awards 2027 bekannt gegeben.
Weitere Infos: www.worldphoto.org
Teilen mit: